„Wieso hast du eigentlich keinen Mann??“

Gestern erhielt ich eine Mail, in der ich gefragt wurde wie ich damit umgehe, wenn Kinder mich fragen warum ich nicht verheiratet bin. Das ist eine gute Frage, habe ich mir gedacht als ich überlegte was ich darauf antworten kann. Das hat mich noch keiner gefragt. Und dann fiel mir eine Geschichte ein:

Es war Zeit für die erste Hochzeit in diesem Jahr. Ich saß mit all den anderen Gästen in der Kirche, die Trauung lief bereits, als plötzlich die Tochter meiner besten Freundin zu mir schlich. „Kann ich auf deinem Schoß sitzen?“, fragte sie mich. Klar durfte sie! Und so saß sie bei mir und betrachtete aufmerksam das Geschehen weiter vorn. „Das ist langweilig!“, sagte sie nach einer Weile, und fing an auf meinem Schoß hin und her zu rutschen. Sie seufzte laut. „Gleich sagen sie „ja“, dann küssen sie sich, dann kommt noch ein Lied und dann kannst du Kuchen essen“, war mein phänomenal gut durchdachter Plan sie bei Laune zu halten. Das funktionierte auch für zwei Minuten, bis sie sich zu mir umdrehte und fragte: „Wo ist eigentlich dein Mann, Rebekka?!“ – Perplexer Blick meinerseits, dieses Gespräch kam voll aus dem Nichts! „Ich hab doch gar keinen, oder hast du mich schonmal mit einem gesehen?“, fragte ich. Sie überlegte kurz: „Nein… Willst du keinen?“ Das kann ja heiter werden, dachte ich, und flüsterte leise zurück: „Doch, aber dafür muss ich ihn ja erst einmal kennenlernen, und ich glaube ich kenne ihn noch nicht.“ Ich fragte mich kurz wie hoch wohl die Wahrscheinlichkeit ist, dass ich ihn doch schon kenne ohne es zu ahnen. Ein bisschen gruselig der Gedanke, findet ihr nicht?! Oder spannend, ich weiß nicht so genau.  Kommt drauf an wer es ist;). Zum Glück blieb mir nicht viel Zeit, denn das Gespräch nahm eine interessante Wendung: „Meine Mama hat einen Mann!“, verkündete mir dieses süße Mädchen auf meinem Schoß. Ich musste lachen. „Ich weiß“, sagte ich, „ich kenne ihn sogar!“ – „Und sie haben zwei Kinder. Eins davon bin ich!“, erklärte sie mir. Ich musste schmunzeln, dass sie den Zusammenhang, dass ich den Mann meiner besten Freundin – ihrer Mama – und auch die beiden dazugehörigen Kinder kenne, nicht sah. „Willst du keine Kinder?“, fragte sie weiter. Ich drehte den Kopf zur Seite – neben mir saß ein Freund, der sich bereits sichtlich amüsierte… Äh… also… „Dafür muss ich aber doch erst einen Mann kennenlernen.“, erklärte ich ihr. Das schien Sinn zu ergeben, außerdem tat sich vorne endlich was, und so legte sie ihren Kopf wieder an meine Schulter und wartete darauf, dass sie endlich raus zum spielen durfte.

Ich sag mal so: wenn Kinder fragen, warum man keinen Mann hat, kommt es meistens plötzlich – und dann stellt sich die Frage wie ich darauf antworten will. Oder kann. So viele Antwortoptionen gibt es nicht, die ich einer 7-jährigen erklären könnte. Ähnlich verhält es sich übrigens, wenn alte Menschen diese Fragen stellen. „Sind Sie verheiratet?“, fragen sie dann. „Nein, bin ich nicht.“, sage ich, woraufhin sie sofort fragen: „WIESO WOLLEN SIE DENN KEINEN MANN????“ Aha, daran liegt es!! Hahaha, ich muss jedes Mal lachen, wenn diese Fragen kommen. Nicht verheiratet zu sein muss also bedeuten, dass ich keinen Mann will. Stimmt, die vielen abgewiesenen Heiratsanträge bezeugen das. Nicht.

Ich finde es immer wieder amüsant – denn am Ende sage ich Kindern und Senioren oft dasselbe: Um zu heiraten, muss ich erstmal einen Mann finden, und dann müssen wir ja auch noch beide heiraten wollen! So einfach ist das nämlich;).

Übrigens: sollten mich die Kinder meiner Freunde demnächst fragen, warum ich einen Mann haben muss um Kinder zu haben, werde ich sie ein kleines bisschen schadenfroh anlächeln und sagen: „Das frag mal deine Eltern!“ Sollen doch auch mal andere die wirklich wichtigen Fragen des Lebens beantworten;)!! Das sehe ich jetzt nicht unbedingt als meinen Bildungsbeitrag an! Ich hab genug damit zu tun zu erklären, dass nicht verheiratet zu sein nicht bedeutet, dass ich heiraten doof finde. Nur, dass ihr Bescheid wisst…

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